Wertvolle Tipps

Der Standort

Grundsätzlich eignet sich beinahe jeder Standort im Schweizer Mittelland für die Aussaat einer UFA-Wildblumenwiese Origi­nal CH-G. Möglich sind sonnige und magere Standorte bis hin zu nährstoffreichen, lehmigen und etwas schattigen Flächen. Der Boden darf in seinem ursprünglichen Zustand belassen werden. Am buntesten und schönsten entwickelt sich dieser Wiesentyp an einem sonnigen Standort mit einer dünnen Hu­musschicht (Oberboden). Künstliches Abmagern durch Abhu­musierung oder Einarbeiten von Sand und Kies usw. ist daher nicht nötig!

 

Die Saatbettvorbereitung

Vor einer Neusaat muss die «alte» Pflanzengesellschaft rest­los beseitigt werden (umgraben, abschä­len, hacken, pflügen, fräsen etc.).

2 bis 3 Wochen nach der Bodenbearbeitung beginnt die Spontanflora (Unkraut) schon wieder zu spriessen. Das keimende Unkraut lässt sich am einfachsten mit Hilfe eines Gartenrechens oder eines Kräuels beseitigen. Diese oberflächliche Bearbeitung sollte bei Bedarf im Abstand von einigen Wochen wiederholt werden. Achtung: Die Fläche darf nicht mehr tief bearbeitet werden (max. 3cm). Nach der ersten tiefen Bodenbearbeitung (bei der der alte Bewuchs vernichtet wurde) sollte sich der Boden bis zur Saat mindestens 4 Wochen lang absetzen können.

Am Tag der Aussaat muss die ganze Fläche ein letztes Mal, ganz oberflächlich, bearbeitet werden.

Die Saat

Ideal ist die Zeit zwischen Mitte April und Mitte Juni, frühere oder spätere Saaten führen meistens zu einem Artenverlust oder zu einer Gräserdominanz.

Die Saatmenge von 10 Gramm pro Qua­dratmeter darf nicht überschritten werden.

Das benötigte Saatgut wird halbiert. Dann besät man mit der ersten Hälfte des Saatgutes die ganze Fläche. In einem zwei­ten Arbeitsgang wird nochmals die ganze Fläche mit dem Rest des Saatgutes besät. Das erste Mal schreitet man die Parzelle in Längsrichtung ab, das zweite Mal in Querrich­tung. Das Saatgut wird oberflächlich ausgestreut. Die frische Saat darf weder zugedeckt noch eingerecht werden. Nach der Aussaat brauchen die Samen Erdkontakt. Darum wird die ganze Fläche sorgfältig gewalzt oder mit einer Schaufel gut angeklopft.

 

Geduld haben

Wildkräuter brauchen 4 bis 8 Wochen Zeit, ehe sie auskei­men. Das spontan wachsende Unkraut ist jedoch schon nach 2 bis 3 Wochen sichtbar. Eine neu ausgesäte Wildblu­menwiese blüht erstmals nach einer Überwinterung. Deshalb sieht eine Neuanlage im Aussaatjahr sehr schlecht aus und der Deckungsgrad ist ungenügend. Beim flüchtigen Betrachten sieht der Laie im Aussaatjahr nur Unkraut. Das muss so sein!

 

Unkraut

Das Jäten verursacht im Aussaatjahr mehr Schaden als Nutzen. Deshalb niemals jäten!

 

Bewässerung

Eine frisch gesäte Blumenwiese darf im ersten Jahr (und auch in den Folgejahren) auch bei grosser Trockenheit nicht bewäs­sert werden.

 

Schnecken

Sie lieben auskeimende Wildpflanzen. Die Tiere sind aber meist so anständig, dass sie nie den ganzen Bestand vernichten: Also keine Schneckenkörner streuen!

 

Unkrautschnitt im Aussaatjahr

Sobald kein Licht mehr auf den Boden fällt, ist es Zeit für den ersten Säuberungsschnitt. Dies trifft etwa 8 Wochen nach der Aussaat zu, wenn der Bestand etwa kniehoch aufgewachsen ist. Die Schnitthöhe beträgt etwa 8 cm. Das Schnittgut wird sorgfältig zusammengenommen und entsorgt. Der Säube­rungsschnitt kann auch mit einem hochgestellten Rasenmä­her mit Fangsack durchgeführt werden. Je nach Bodentyp und Nährstoffangebot sind im Aussaatjahr mehrere Säuberungs­schnitte nötig.

 

Im Mai des nächsten Jahres dürfen Sie sich an Ihrer traumhaft schönen Wildblumenwiese erfreuen und den ersten Wiesenblumenstrauss pflücken.

 

Pflege nach der ersten Überwinterung

Der erste Heuschnitt ist je nach Standort nach dem Verblühen der wichtigsten Gräser angebracht, das heisst im Mittelland etwa ab Mitte Juni zu. Das Schnittgut (Bodenheu) wird 3 Tage auf der Parzelle getrocknet und kann dann als duftendes, struk­turreiches Tierfutter genutzt werden. Weitere Schnitte sind im Sommer und manchmal auch im Frühherbst nötig. Die Wiese darf weder frisch gemäht noch ungemäht eingewintert werden.

 

Tipp für einen höheren Artenreichtum

Am meisten Arten können sich in einer Wildblumenwiese ent­wickeln, wenn der erste Schnitttermin jedes Jahr etwas variiert: Man darf durchaus in einem Jahr schon Ende Mai mähen, wenn man im nächsten Jahr mit dem Heuen bis Ende Juni war­ten kann.