Populationen statt Sorten

Die natürliche Sortenvielfalt und deren Nutzen

Wer sich in einer natürlichen Heuwiese eine bestimmte Blumenart ganz genau ansieht und zahlreiche Einzelpflanzen exakt miteinander vergleicht, wird staunen: Margerite ist nicht gleich Margerite und Witwenblume ist nicht gleich Witwenblume.

Jede Blume hat ihre ganz besonderen Eigenschaften und Eigenheiten. Man entdeckt Unterschiede in der Blattform, Blattstellung, Blütenfarbe, Wuchshöhe und in der Blütezeit. Aber auch weniger offensichtliche Abweichungenbei der Behaarung, Wurzeldicke, Blütenform und sogar in der Krankheitsanfälligkeit können beobachtet werden. Das heisst, jede einzelne Witwenblume ist eine Sorte mit typischen, unterscheidbaren Merkmalen.

 

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Vielfalt innerhalb einer einzigen Art. Diese Blätter der Witwenblume (Knautia arvensis) wurden im gleichen Feld gepflückt.

 

Bei einer unterschiedlichen Pflege oder auf einem speziellen Standort fühlt sich die eine «Sorte» wohler als die andere und kann sich besser reproduzieren. Die Wiese vermag sich dem Standort und der Pflege anzupassen. Und einmalige Pflegefehler und Witterungskapriolen werden ausgeglichen.

 

Für uns ist die Erhaltung der natürlichen Sortenvielfalt (sprich Population) in der Saatgutvermehrung von zentraler Bedeutung. UFA-Samen macht deshalb seinen Wildblumen-Saatgutvermehrungsbetrieben verbindliche Auflagen zur Saatmethode, zur Anbau- und Erntetechnik und für die Aufbereitung. Je besser es gelingt, die ursprüngliche Vielfalt jeder einzelnen Art zu erhalten, desto anpassungsfähiger, reicher und schöner werden die Samenmischungen.

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