Fremdgräser im Rasen

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Häufig findet man unerwünschte Gräser im Rasen. Aber welches sind «Ungräser»? Wie erkennt man diese? Und wie geht man dagegen vor?
Besteht ein solches Problem, sollte dies baldmöglichst angegangen werden. Je früher etwas gegen Fremdgräser im Rasen unternommen wird, umso erfolgversprechender ist deren Verdrängung.
Im Folgenden finden Sie Antworten dazu.

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Die häufigsten Fremd- und Ungräser in Rasenflächen

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Poa annua - Einjährige Rispe
Poa annua - Einjährige Rispe  
Wuchs
  • Horstbildendes Gras mit kurzen Kriechtrieben
  • Flachwurzelnd
  • Blüht während der ganzen Vegetationsperiode
  • Wiederholtes Aussamen sorgt für eine schnelle Verbreitung und sichert ihr Überleben
Verbreitung
  • Im Hausrasen, auf Sport- und Golfplätzen als Lückenfüller
  • Kann sich auch auf verdichteten Böden ausbreiten
Negative Eigenschaften
  • Lückenfüller und Nährstoffräuber
  • Bildet laufend blühende Triebe und Samen, daher schnelle Reproduktion
  • Wird in Trockenperioden gelblich-braun und stirbt schneller als Qualitätsgräser
  • Hohe Krankheitsanfälligkeit (Wurzelfäule, Schneeschimmel)
Erkennungsmerkmale
  • Helle Farbe
  • Blatt gebogen, weich, runzelig, mit «Skispur»
  • Blatthäutchen weiss und mittellang

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Poa trivialis - Gemeine Rispe
Poa trivialis - Gemeine Rispe  
Wuchs
  • Verbreitet sich durch oberirdische Stolonen oder kurze Ausläufer
  • Flachwurzelnd
  • Ein ausgesprochener Frühstarter, der im Frühjahr vor allen anderen Rasengräsern wächst
Verbreitung
  • Vor allem im Hausgarten in halbschattigen Lagen, aber auch in übrigen Flächen
  • Bevorzugt feuchte und nasse Standorte
Negative Eigenschaften
  • Als hellgrüne Flecken leicht erkennbar
  • Wird während Trockenperioden schnell rötlich-braun und stirbt ab
Erkennungsmerkmale
  • Frühstarter, Wuchs beginnt vor anderen Rasengräsern
  • Blätter mit «Skispur»
  • Langes, spitziges Blätthäutchen

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Agrostis stolonifera - Flechtstraussgras
Agrostis stolonifera - Flechtstraussgras  
Wuchs
  • Breitet sich mit oberirdischen kurzen Rhizomen und langen Stolonen wuchernd aus
  • Flachwurzelnd
Verbreitung
  • Auf wechselfeuchten und vernässten Standorten anzutreffen
Negative Eigenschaften
  • Sehr aggressiver Wuchs, verdrängt die erwünschten Rasengräser
  • Wird während Trockenperiode rötlichbraun und kann absterben
  • Hohe Krankheitsanfälligkeit
Erkennungsmerkmale
  • Bildet blaugraue Flecken im Rasen, welche vor allem am Morgen im Tau gut zu erkennen sind

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Vorgehen bei Fremd- und Ungräsern

1. Aussaat standortgerechter Qualitäts-Rasenmischungen

Die unterschiedlichsten Flächen werden durch Rasenmischungen begrünt: Hausrasen, Sportplätze, Golfgreens, Parkanlagen, sonnige, feuchtschattige, trockenschattige Lagen. Achten Sie dabei auf den Einsatz von standortgerechten Rasenmischungen. Dadurch nutzen Sie die positiven Wuchseigenschaften der in den Mischungen enthaltenen Rasengräser. Diese sind den Fremdgräsern in den meisten Fällen überlegen.

Mischungen Einsatz

UFA-Sportrasen / UFA-Sportrasen Highspeed

Sport- und Spielplätze, belastete Liegewiesen

UFA-PRIMERA / UFA-PRIMERA Highspeed

Hausrasen, Spielplätze, Liegewiesen, Umgebungsgrün

UFA-Tival

Für trockene (windige) Lagen: Hausrasen, Parkanlagen, Seepromenaden

UFA-Schattenrasen

Schattige Lagen

UFA-Blumenrasen CH

Hausrasen, Parkanlagen, Schulhausumgebungen

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2. Optimale Bodenstruktur mit ausreichender Wasserdurchlässigkeit

Der Boden dient den Rasengräsern als Standort sowie als Wasser- und Nährstoffspeicher. In vielen Gebieten des Mittellandes treffen wir auf relativ schwere Lehmböden. Die positiven Eigenschaften dieser Böden sind ihre gute Puffer- und Wasserspeicherfähigkeit. Ein negativer Aspekt daran ist das schlechte Porenvolumen, vor allem das der Grobporen (Luftkapazität des Bodens). Dies wirkt sich negativ auf das Wurzelwachstum aus und erhöht die Gefahr einer Bodenverdichtung und Vernässung.

In schweren Böden empfiehlt sich daher ein Einsatz von Bodenzuschlagstoffen (Sand, Rasenerde, Perlit). Perligran-Perlit mit einem Porenvolumen von 95 % eignet sich hervorragend zur Belüftung von schweren Böden. Dazu werden bei der Neuanlage einer Rasenfläche 20 bis 30 l / m² eingearbeitet.

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3. Bedarfsgerechte Bewässerungsintervalle und -mengen

Die Bewässerung steht im engen Zusammenhang mit der Bestandesentwicklung einer Rasenfläche. So seltsam es klingen mag, in der Praxis ist der Laie mit der Bewässerung seines Rasens oft überfordert. Eine klare Instruktion nach erfolgter Saat, oder spätestens bei der Abnahme der Grünflächen, unterstreicht die Fachkompetenz des Gartenbau- Profis.

Unterscheiden Sie bei der Bewässerung klar zwischen Neusaaten / Regenerationssaaten und bestehenden Rasenflächen (ab 2. Standjahr)!

Neusaaten / Regenerationssaaten

  • Täglich 1 bis 3 mal (je nach Temperatur) bewässern
  • Kleine Aufwandmengen von 2 bis 5 l/m2

Bestehende Rasenflächen

  • Sollen zurückhaltend bewässert werden
  • In der Regel reicht es alle 10 bis 14 Tage zu bewässern; in Hitzeperioden öfters
  • Wichtig sind allerdings hohe Aufwandmengen; es soll eine ca. 10 bis 15 cm tiefe sättigende Durchfeuchtung des Wurzelhorizontes erreicht werden (ca. 15 –20 l/m²!)

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Qualitäts-Rasenmischungen verwenden

Qualitäts-Rasenmischungen verwenden

Bodenstruktur und Wasserdurchlässigkeit verbessern

Bodenstruktur und Wasserdurchlässigkeit verbessern

Für bedarfsgerechte Bewässerung sorgen

Für bedarfsgerechte Bewässerung sorgen

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4. Bedarfsgerechte Düngung

Das Ziel der bedarfsgerechten Rasenernährung ist, eine geschlossene Rasennarbe dauerhaft zu erhalten. Damit soll Folgendes erreicht werden:

  • Optimale Bestockung und Regeneration der Rasengräser
  • Erhöhung der Wurzelmasse
  • Steigerung der Krankheitsresistenz
  • Verbesserung des Wasserhaushalts

Der «Wachstumsmotor» aller Pflanzen bildet das Hauptnährelement Stickstoff (N). Der N-Bedarf einzelner Rasengräser hängt dabei wesentlich von der Grasart ab! Die meisten Rasenmischungen bestehen aus den drei Hautgräsern, Englisch Raigras (Lolium perenne), Wiesenrispe (Poa pratensis) und Rotschwingel (Festuca rubra).

Damit die Bestandszusammensetzung dieser Mischungen dauerhaft ist, ist eine bedarfsgerechte Rasenernährung unumgänglich. Beachten Sie, dass Lolium und Poa pratensis im Hausrasenbereich einen relativ hohen Stickstoffbedarf von 20 bis 24 g/m² Reinstickstoff pro Jahr haben.

Eine dem Vegetationszeitpunkt entsprechende Rasenernährung hilft den Druck der unerwünschten Grasarten zu reduzieren. Rasendünger werden in erster Linie anhand ihrer Nährstoffzusammensetzung, dem Anteil an Langzeit-N und ihrer Wirkungsdauer unterschieden. Verwenden Sie rasch lösliche Rasendünger vor allem im Frühjahr bei noch kalten Böden. Im Sommer und Herbst empfehlen wir den Einsatz von Rasendüngern mit einem Mindestanteil von 50% «Langzeit-Stickstoff».

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5. Den Rasengräsern angepasste Schnitthöhen

Grundsätzlich muss die Schnitthöhe der Rasenmischung (Rasengräser) und der Jahreszeit angepasst werden. Es soll nie mehr als ein Drittel vom Aufwuchs entfernt werden, damit eine optimale Narbendichte entstehen kann.

In der Praxis werden die Rasenflächen oft zu tief geschnitten. Bei Schnitthöhen unter 3 cm geraten Lolium perenne und Poa pratensis in Haus- und Sportrasen unter Stress, da diese Schnitthöhe eine ausreichende Assimilation vermindert. Dies führt zu einem geringeren Wurzel- und Triebwachstum, langfristig werden die Rasenflächen lückig, die entstandenen Zwischenräume werden durch Unkräuter oder Ungräser gefüllt.

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6. Regelmässige Pflege mit Vertikutieren und Nachsäen

Durch regelmässiges Vertikutieren von «intakten» Rasenflächen werden die ungeliebten, flachwurzelnden Gräser (Poa annua, Poa trivialis) herausgerissen und in ihrem Wachstum gehemmt.
Vor allem im Frühjahr kann mit einem tiefen Vertikutieren die Poa trivialis stark zurückgedrängt werden. Sofern der Boden 5 – 8 mm tief angeritzt wird, können optimale Auflaufbedingungen für eine spezielle Nachsaatmischung (z. B. UFA-Regeneration Highspeed) geschaffen werden. Sofern trockene Witterungsverhältnisse vorherrschen, muss die nachgesäte Fläche bewässert werden!
Bei Sportplätzen und Fairwayflächen kann das Vertikutieren durch das effiziente und kostengünstigere Striegeln ersetzt werden. Bei hohem Druck der Poa trivialis werden jedoch nach wie vor bessere Resultate beim Vertikutieren erzielt.

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Bedarfsgerechte Düngung

Bedarfsgerechte Düngung

Angepasste Schnitthöhe

Angepasste Schnitthöhe

Vertikutieren und nachsäen

Vertikutieren und nachsäen

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Letzter Ausweg – Totalsanierung

Die Frage, ab welchem Fremdgrasanteil eine Totalsanierung einer Rasenfläche zu erfolgen hat, kann nicht generell beantwortet werden. Die wichtigsten Entscheidungskriterien hierzu sind die gewünschte Benutzungsintensität, die Benutzungsart sowie die optischen Ansprüche der Benutzer und Besitzer der jeweiligen Rasenflächen.

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Folgerung für schöne Rasenflächen

  • Die Rasenpflege beginnt sofort nach der Aussaat, oder nach dem Verlegen von Rollrasen!
  • Warten Sie nicht bis die Flächen mit Fremdgräsern stark befallen sind
  • Vertikutieren Sie Rasenflächen für hohe Ansprüche zweimal im Jahr und säen Sie die Flächen unbedingt nach
  • Düngen Sie die Rasenflächen regelmässig und fördern Sie einen dichten Rasen mit wenig Krankheiten und Lücken
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