Produktions-Philosophie

Seit 1996 vertreibt UFA-Samen ausschliesslich inländisches Saatgut von Wildpflanzen. Das heisst, jede Art besitzt einen garantierten CH-Herkunftsnachweis. Das Saatgut wird möglichst nahe vom ursprünglichen Fundort vermehrt. Beim Anbau achten wir auf eine umweltschonende Produktion und auf die Erhaltung der Population. (Genetische Vielfalt).


Wildblumensaatgut-Vermehrung

Rund 20 Betriebe über das gesamte Schweizer Mittelland verteilt, vermehren Wildblumensaatgut für UFA-Samen. Für die Produktion gelten die folgenden Grundsätze.

1. Basissaatgut

Das Basissaatgut der Wildpflanzen wird an einem naturbelassenen Standort gesammelt (z.B. in Fromentalwiesen, Trockenrasen, Feuchtwiesen etc.). Da die meisten Wildblumenarten über eine längere Zeitdauer blühen, muss ihr Basissaatgut mehrmals am gleichen Standort, im Abstand von Wochen oder sogar Monaten gesammelt werden. Damit die genetische Vielfalt erhalten bleibt, ist es wichtig, von möglichst vielen Pflanzen Saatgut zu erhalten. Um den ursprünglichen Bestand zu schonen, dürfen von jeder Pflanze nur wenige Samen abgelesen werden. Alle Angaben über Fundort und Sammeldaten werden exakt festgehalten.

2. Anzucht

Um die genetische Vielfalt der einzelnen Wildblumen möglichst gut zu erhalten, schreibt UFA-Samen den Produzenten genau vor, wie die einzelnen Arten zu vermehren sind.
Arten mit einem hohen Anteil an hartschaligen Samen benötigen Monate manchmal sogar mehrere Jahre, ehe sie auskeimen. Deshalb werden 95% der Arten in Aussaatkisten ausgesät und später pikiert. Mit einer Direktsaat ins Vermehrungsfeld ginge diese Form von Überlebensstrategie verloren.

3. Feldbesichtigung

Spezialisten der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Agrarökologie und Landbau (FAL) besichtigen jährlich einen grossen Teil unserer Vermehrungsanlagen. Erst wenn alle Qualitätskriterien inkl. die Keimfähigkeit und Reinheit erfüllt sind, darf das Saatgut das Qualitätslabel "inländisches Wildblumen-Saatgut, in der Schweiz gesammelt und vermehrt" tragen.

4. Ernte

Bei der Ernte von Pflanzen mit unterschiedlichem Blühzeitpunkt werden auch die Samen zu unterschiedlichen Zeiten reif. Solche Arten müssen deshalb im Abstand von wenigen Tagen, manchmal über eine längere Zeitspanne, meist von Hand abgelesen werden. Andere können als ganze Pflanzen abgeschnitten und anschliessend schonend getrocknet werden.

5. Trocknung und Aufbereitung

Eine praxisnahe, langsame Trocknung und ein schonendes Dreschen sind sehr wichtig, um eine gute Saatgutqualität zu erreichen. Bei der Aufbereitung helfen regelmässige Keimproben mit, leere von schlafenden Samen zu unterscheiden.

6. Qualitätskontrolle

Im Samenlabor von UFA-Samen und der FAL werden zu guter Letzt die einzelnen Posten auf Reinheit und auf Keimfähigkeit untersucht.

7. Rücksichtsvoller Umgang mit der Natur und umweltschonende Produktion

Beim Sammeln von Basissaatgut gehört es zu unseren Grundsätzen, den ursprünglichen Bestand zu schonen und nur wenige Samen pro Pflanze zu ernten.
Unseren Produzenten verbieten wir den Einsatz von Fungiziden, Insektiziden und Herbiziden. Handelsdünger kommen nur in Ausnahmefällen und nur in Absprache mit unserem Beratungsdienst zum Einsatz.
Bei der Anzucht verwenden wir Substrate mit reduziertem Torfanteil.

8. Lückenlose Kontrolle und Dokumentation

Damit wir jederzeit die Herkunft aller unserer Blumen kennen, führen wir von jeder Art einen "persönlichen" Herkunftsausweis. Sämtliche Daten wie Name der Sammler/In, Sammeldaten, Anzahl der Pflanzen, Gewicht des Basissaatgutes und alle Besonderheiten des Sammelstandortes werden exakt notiert. Später erfassen wir den Vermehrungsort, die Produktionsmengen, die Flächenerträge und die Qualität des abgelieferten Saatgutes. Zusätzlich halten wir von jeder Art auch alle Beobachtungen während der Kulturzeit fest: Keimverlauf, Erfahrungen in der Anzucht, Blütezeitpunkt und Erntedauer, Schädlinge und andere mehr.

9. Versuche und Lernfähigkeit

Unsere Langzeitbeobachtungen während der Vermehrung helfen uns das spezifische Verhalten jeder Pflanze genau kennen zu lernen. Die Auswertungen fliessen in Beratungen, Mischungsrezepten und Pflegeempfehlungen ein.
Zahlreiche Versuche über Keimverhalten, Methoden zum Brechen der Keimruhe und die Lagerfähigkeit von Saatgut fordern uns in jeder Saison von Neuem heraus. Ein umfassendes Versuchsprogramm über die ganze Schweiz und die Zusammenarbeit mit ausgewiesenen Fachleuten und Organisationen helfen mit, dass wir stets auf dem neusten Stand bleiben.