Helianthus - die Sonnenblume
Überall auf der Welt gilt die Sonnenblume als Sinnbild für Licht und Wärme und als Symbol der Lebenslust und des Frohsinns. Mit ihrer enormen Leuchtkraft ist sie ein Geschenk des Sommers.

Schön und nützlich
Wer liebt sie nicht, die allzeit freundlich lachenden Sonnenkinder. Schon die Azteken bauten Sonnenblumen an. Mit der Ankunft von europäischen Siedlern in Amerika fanden die Sonnenblumen ihren Weg nach Europa. Zuerst als Kulturpflanze zur Gewinnung von Öl, Nahrung, Medizin und Farbstoffen entwickelte sie sich später zu einem der beliebtesten Sujets für Maler und Dichter. Van Gogh und Gauguin wurden förmlich eingefangen vom Charme der Sonnenblume. Heute rangieren die Sonnenkinder weltweit als eine der beliebtesten Schnittblume.
Allgemein
Immer noch am beliebtesten ist die klassische Kombination von goldgelben Petalen und dunkler Mitte. Aber auch andere Farbkombinationen sind beliebt. Saison in der Schweiz ist von Mitte Juni bis Anfang September für den Verkauf von Sonnenblumen. Wer seine Schnittblumen im professionellen Schnittblumenhandel vermarkten will, muss folgende Qualitätsmerkmale beachten:
- einen Blütendurchmesser von 12-15 cm inkl. Petalen
- mind. 60 cm Stiellänge für Einzelverkauf
- drei bis vier schöne Blätter für Einzelverkauf
- mind. 50 cm Stiellänge für Sträuße
- mind. zwei Blätter für Sträuße
- Blätter müssen frei von Krankheiten und Schädlingen sein.
Boden und Standort
Sonnenblumen bevorzugen:
- einen sonnigen Standort mit einem sich schnell erwärmenden Boden
- durchlässiger, mittelschwerer, tiefgründiger, eher humusarmer Boden
- leicht saurer bis neutraler PH-Wert
- Sonnenblumen sind als Pfahlwurzler empfindlich auf Bodenverdichtung
- Sonnenblumen benötigen einen hohen Wasserbedarf, während der Blütezeit
Mit 150-200 ppm N ist in der Regel genügend Stickstoff vorhanden, eher zu wenig als zuviel N ist besser. Richtwerte: 10 gr N/m2; 9 gr P2O5 /m2 und 15 gr K2O/m2, Spurenelemente Mg, B. Wichtig ist: dass mit der Zeit der Stickstoff verringert wird und vor allem während der Blütenbildung Kalium betont gedüngt wird. (Im Sternknospenstadium).
Fruchtfolge
Helianthus gehören in die Familie der Compositae und sollten nicht auf Parzellen angebaut werden worauf schon Sonnenblumen für die Ölgewinnung angebaut wurden.
Schnittblumenproduktion
Die Aussaatzeit hängt stark von der Sorte ab. Die Kulturzeit (Saat bis Schnittreife) dauert ca. 65-85 Tage, Frühjahrskulturen brauchen etwas länger als Sommerkulturen. Um kontinuierlich schnittreife Blumen zu haben, muß etappenweise gesät werden, ca. alle 2-4 Wochen bis Mitte/Ende Juni.
Direktsaat
Direktsaat ins Freiland ab April auf Endbestand, wenn keine bedeutenden Spätfröste mehr zu erwarten sind. Wegen Vogelfrass mind. 2,5-3 cm tief aussäen. Die optimale Keimtemperatur liegt bei 18-20°C.
Mit der Anzucht von Jungpflanzen kann schon im März begonnen werden. Keimtemperatur bei Anzucht 18°C, nach der Keimung Temperatur auf 10-13°C absenken. Auspflanzung ins Freiland ab Mitte Mai. Wichtig: Sonnenblumen sind lichthungrige Pflanzen.
Pflanzabstand
Der Pflanzabstand ist stark sortenabhängig. Mit dem Abstand hat man eine gute Steuerungsmöglichkeit für die Stiellänge und Blütengrösse. Für F1-Hybriden hat sich das Pflanzen mit 33-45 Pflanzen/m2 gut bewährt.
Pflanzenschutz
Keine zu hohe N - Düngung stärkt die Pflanzen
Fruchtfolge beachten
Krankheiten: Botrytis, falscher Mehltau, Grauschimmel und Rost
Schädlinge: Vögel, Schnecken, Blattläuse und Trips
Sorten
Die Sortenvielfalt ist heute sehr groß und jedes Jahr kommen weitere Züchtungen dazu. Sehr gefragt sind die pollenarmen Sorten, welche vorallem für Schnittblumen mit qualitativ sehr hohen Ansprüchen geeignet sind.
Infothek
Fragen zu Anbau, Sorten und Saatgut:
UFA-Samen
Sämereienzentrum Niderfeld
8401 Winterthur
Tel. 052 264 24 38 / 39 / 40